Georges Michel, Stormy Landscape with Ruins on a Plain, 1830

Forschungsgruppe „​Europäische Romantik oder Romantiken in Europa?“​

Forschungsgruppe finanziert aus Mitteln des Gottfried Wilhelm Leibniz-Preises
Georges Michel, Stormy Landscape with Ruins on a Plain, 1830
Foto: The National Gallery, London
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Meldung vom:

Forschungsgruppe „​Europäische Romantik oder Romantiken in Europa? Zur Frage der Einheit der Romantik in den bildenden Künsten und der Ästhetik des frühen 19. Jahrhunderts“​

Finanziert aus Mitteln des Gottfried Wilhelm Leibniz-Preises.

Projektleitung: Prof. Dr. Johannes Grave

Projektmitarbeiter*innen: Elisabeth Ansel (Koordinierung), David Grube-Palzer, Christin Neubauer, PD Dr. Johannes Rößler, Tilman Schreiber

Laufzeit: 2020–2027

 

Im Zentrum der Forschungsgruppe steht die Frage, inwieweit die Romantiken in verschiedenen Ländern und Sprachräumen Europas auf dem Feld der bildenden Künste Gemeinsamkeiten aufweisen. Während diese Frage innerhalb der Literaturwissenschaft wiederholt – wenngleich ohne konsensuales Ergebnis – diskutiert worden ist, wird die Kunst der Romantik in der Regel nach Ländern und Sprachräumen getrennt betrachtet. Zu fragen ist, ob sich zwischen William Turner und Caspar David Friedrich, Eugène Delacroix und Philipp Otto Runge oder Francesco Hayez und den Nazarenern hinreichend viele Gemeinsamkeiten ausmachen lassen, um nicht nur von verschiedenen Romantiken in Europa, sondern von einer europäischen Romantik zu sprechen. Die Forschungsgruppe wird dieser Frage nachgehen, indem sie Fallstudien zu verschiedenen Romantiken miteinander ins Gespräch bringt. Daneben wird die Suche nach gemeinsamen ästhetischen, kunst- und bildtheoretischen Grundlagen von Bedeutung sein.

Die einzelnen Forschungsprojekte beschäftigen sich mit folgenden Themen: Elisabeth Ansel geht in ihrem Postdoc-Projekt Der Ossian-Mythos und seine Rezeption in der Bildkunst der europäischen Romantik unter Rückgriff auf bildwissenschaftliche Methoden den genuinen Eigenheiten der Ossiandarstellungen nach und analysiert die diversen Bildentwürfe mithilfe transkultureller Theorien sowie des Konzepts der „multiple modernities“ im Kontext einer pluriform zu denkenden Romantik. David Grube widmet sich in seinem Dissertationsprojekt der Frage nach Status und Funktion von Replik und zeitgenössischer Kopie in der deutschen Malerei um 1800. Christin Neubauer untersucht in ihrem Dissertationsprojekt Pre-Raphaelitism in the Context of Romanticism die ab den 1880er-Jahren aufkommenden Beschreibungen der präraffaelitischen Werke als romantisch und zielt darauf, das Romantische im Präraffaelismus eingehend zu ergründen. Tilman Schreiber erforscht in seinem Dissertationsvorhaben klassizistisch geprägte Gestaltungsverfahren und ihre Deutung in Bildmedien des 17. und 18. Jahrhunderts. Der Fokus liegt dabei auf den Werken von Carlo Maratti, Carle Vanloo, Gavin Hamilton und Wilhelm Tischbein.

 

Projekte der Forschungsgruppe

William Turner, Staffa, Fingal's Cave, 1831/32
Elisabeth Ansel
POSTDOC-PROJEKT
Ossian-Rezeption in der Bildkunst der europäischen Romantik