Eduart Rosenthal Projekt

Eduard Rosenthal. Das verschwundene Bildnis

Künstlerischer Wettbewerb für ein Denkmal für Eduard Rosenthal (Botho-Graef-Preis 2018)
Eduart Rosenthal Projekt
Foto: Verena Krieger

Meldung vom: 08. Juli 2019, 14:49 Uhr | Zur Original-Meldung

Eduard Rosenthal. Das verschwundene Bildnis

Künstlerischer Wettbewerb für ein Denkmal für Eduard Rosenthal (Botho-Graef-Preis 2018)

Der von der Stadt Jena dreijährlich ausgelobte Botho-Graef-Kunstpreis ist 2018 dem Gedenken an den Rechtswissenschaftler, zweimaligen Universitätsrektor und engagierten Jenaer Bürger Eduard Rosenthal (1853-1926) gewidmet. Die Nationalsozialisten hatten ihn aus dem kulturellen Gedächtnis gelöscht. Als Kuratorin des Wettbewerbs lud Verena Krieger renommierte Künstlerinnen und Künstler ein, Entwürfe für ein dezentrales Denkmal für Eduard Rosenthal zu entwickeln. Ab dem 8. Dezember werden diese im Jenaer Kunstverein ausgestellt.

Anlass für das Projekt ist das Verschwinden des Porträts Rosenthals aus der Rektorenbildnissammlung der Universität Jena. Das 1929 posthum durch den Berliner Maler Raffael Schuster-Woldan gefertigte Bildnis wurde unter nationalsozialistischer Herrschaft abgehängt und ins Depot gegeben, weil er Jude und Demokrat war. Nach dem Krieg war das Porträt nicht mehr auffindbar.

Erst in den 1990er Jahren wurde auf private Initiative einiger Förderer und Freunde der Universität diese Lücke in der Sammlung durch eine Rekonstruktion des Gemäldes geschlossen. Doch die Leerstelle, die durch den Verlust entstand, ist nicht durch eine einfache Rekonstruktion des Verlorengegangenen zu füllen. Das Geschehene lässt sich nicht rückgängig machen, es kann nur thematisiert und bearbeitet werden.

Um ein Zeichen für Rosenthals weitreichendes bürgerschaftliches Engagement, gegen Ausgrenzung und für Demokratie zu setzen, widmet die Stadt Jena den Botho-Graef-Kunstpreis 2018 in Kooperation mit der Universität Jena dem Andenken Eduard Rosenthals. Prof. Dr. Verena Krieger entwickelte gemeinsam mit Studierenden das Konzept eines dezentralen Denkmals. Es soll das vielfältige Engagement Eduard Rosenthals sichtbar machen, indem es seine verschiedenen Wirkungsorte netzwerkartig miteinander verbindet.

Als Kuratorin des beschränkten Wettbewerbs lud Verena Krieger im Feld der Erinnerungskultur hervorragend ausgewiesene Künstlerinnen und Künstler zur Teilnahme ein. Die sechs eingegangenen Entwürfe werden vom 8. Dezember 2018 bis 27. Januar 2019 in einer Ausstellung im Jenaer Kunstverein (Markt 16, Jena) zu sehen sein. Eine Fachjury wählt den Siegerentwurf aus. Am 19. Januar erfolgt die Preisverleihung. Der Siegerentwurf soll bis im Frühjahr 2020 realisiert und anlässlich des 100-jährigen Jubiläums der Thüringer Landesverfassung eingeweiht werden.

weitere Informationen unter www.eduard-rosenthal.de

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