Fragebogen1938 mit Bausteinen

SPIELEND!

Ein Projektseminar zur Geschichte von Kinderspielen in Thüringen
Fragebogen1938 mit Bausteinen
Foto: Julia Pfeiffer
Fragebogen mit Zeichnungen zu Spielen Foto: Julia Pfeiffer

Seit Jahrtausenden lautet eine Antwort auf die Frage, was den Menschen Mensch sein lässt, dass er sich in reale und erträumte Welten hineinversetzen kann. Der homo ludens liebt das Spiel.

In den letzten Monaten war viel über das Spielen zu lesen. Während Spielplätze geschlossen und die Handlungsmöglichkeiten beschränkt werden, feiern Computer- und Gesellschaftsspiele steigende Umsatzzahlen. Mit den Beschränkungen gingen Diskussionen einher, die auf die Bildungsfaktoren verwiesen, die Förderung spielenden Lernens und der wie es scheint dringend benötigten Beschäftigung von Kindern. Das Spiel im kleinen Kreis, aber auch allein hat also eine kleine Revolution erlebt. Schon der griechische Philosoph Aristoteles erkannte den großen Wert des Spielens als Gegenstück der Arbeit und Ausbruch aus dem Alltag. Als nötiger Gegenpol, damit der Mensch im Gleichgewicht bleibt.

Jeder Mensch ist scheinbar mit dem Spiel vertraut, da es notwendigerweise und zum Glück zum Leben einfach dazugehört.

Im Projektseminar „Spielend! Zur Geschichte von Kinderspielen in Thüringen“ hinterfragen wir das Spiel als Forschungsgegenstand und entdecken es neu – auch aus historischer Sicht. Als Hauptquelle dienen volkskundliche Frage- und Erhebungsbögen aus den 1930er Jahren zu den Themen Sitte und Brauch, Kindheit, Familie und Erziehung, durchgeführt in ganz Thüringen und teilweise auch angrenzenden Gebieten.
Was und wie haben Kinder in der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts gespielt? Unterscheiden sich diese Spiele von unseren heutigen? Wie wird das Spiel definiert?

Die Fragebögen, zu einem großen Teil handschriftlich von Lehrern und Pfarrern der Gemeinden ausgefüllt, geben Hinweise – und werfen gleichzeitig neue Fragen auf. Auch die nationalsozialistischen Denk- und Sichtweisen, Erziehungsauffassungen und pädagogischen Ideale der Zeit sind den Fragebögen deutlich zu entnehmen.
Aktuell werden die Bögen gesichtet, relevantes Material digitalisiert und transkribiert, um den Inhalt auszuwerten und für die ab Anfang August geplante Ausstellung zugänglich zu machen. 

Tipp

Durch den zugehörigen Blog "SPIELEND!" wird die Möglichkeit geboten, Einblicke in die einzelnen Arbeitsschritte zu bekommen und uns auf dem Weg bis zur fertigen Ausstellung zu begleiten. Es werden regelmäßig spannende Erkenntnisse geteilt - von A wie Archivkarton bis Z wie Zahlenreim!

 

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