Dr. Juliane Stückrad

Lehrbeauftragte am Lehrstuhl für Volkskunde (Empirische Kulturwissenschaft)

Die Fülle des kulturhistorischen Spektrums hat mich bereits als Studentin beeindruckt. Vor allem die breite thematische Basis der Kulturgeschichte und ihre wirksame Anschlussfähigkeit an weitere universitäre Fächer begeistern und beeinflussen mich bis heute. Dass diese Disziplin nicht die politische Geschichtsschreibung, sondern den Menschen in seinem kulturellen Gewordensein ins Auge nimmt und dessen kulturelle Techniken im zeithistorischen Wandel untersucht, eröffnet mannigfaltige Facetten.

Innerhalb meiner Dissertation, die sich mit der Genese bürgerlicher Familienfeste in Jena und Weimar um 1800 beschäftigt, zeigt sich das kulturhistorische Feld der Festkulturen, die den Menschen in seinem zeitgebundenen und symbolhaften Handeln untersucht. Diese Phänomene lenken den Blick auf die übergeordnete Dimension der Zeitkulturen, die neben Gedächtnis- und Erinnerungstheorien auch praktische Zweige wie Ritualtechniken und materielle Kulturen thematisieren. Besonders reizvoll empfinde ich an der Kulturgeschichte die Verbindung dieser Felder mit Bereichen der Visuellen Anthropologie sowie der Emotionsforschung, deren quellenbasierter Zugang über Selbstzeugnisse wie Tagebücher, Briefe, Autobiographien oder Fotografien einen entscheidenden sowie erhellenden Zugang zur Alltagsgeschichte bieten. Schließlich bildet auch die Reise- und Tourismusforschung mit ihren vielfältigen Ausformungen und Themenspektren einen zentralen Zweig meiner Beschäftigungen, da nicht nur der Reisende in seinem zeithistorischen Kontext und Motivationshorizont untersucht wird, sondern auch sein Kontakt mit fremden Kulturen.

Zur Person

Vita Inhalt einblenden

*1975, Studium der Ethnologie und Kunstgeschichte in Leipzig

2000 Magisterabschluss

2000-2003 Mitarbeit bei archäologischen Ausgrabungen in Brandenburg und Leitung archäologischer Grabungen

2004 Erarbeitung einer Ausstellung zum Reiseschriftsteller Erich Wustmann/ Bad Schandau

2003 Gründung des Büros für Archäologie und Bauforschung, seitdem Mitarbeit bei zahlreichen Grabungs- und Bauforschungsprojekten

seit 2006 Lehrtätigkeit an der Berufsakademie Eisenach

2010 Promotion am Lehrstuhl für Volkskunde (Empirische Kulturwissenschaft) der FSU Jena.

Forschungsschwerpunkte Inhalt einblenden
  • Unmut in der Kultur

  • Transformation in Ostdeutschland

  • Regionalisierung

  • Ethnologische Perspektiven Interkultureller Kommunikation

  • Ethnologische Feldforschung
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