Dr. des. Lea Horvat

Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Kulturgeschichte
Lea Horvat, Dr. des.
Wissenschaftliche Mitarbeiterin
Dr. des. Lea Horvat
Raum 306
Zwätzengasse 3
07743 Jena
Sprechzeiten:
nach Vereinbarung
  • Sprechzeiten WiSe 2022/23: Montag 14-16 Uhr

Kulturhistorische Forschung bringt mich immer wieder dazu, das Gewohnte kritisch zu reflektieren und in den Dialog mit der Gegenwart und möglichen Zukunftsszenarien zu bringen. Kulturgeschichte kann sowohl das Vergessene und Verschwindende kontextualisieren als auch die Fülle an Kontinuitäten zwischen Zeiten, Räumen, Objekten und Gesellschaften aufgreifen.

Mein besonderes Interesse gilt Räumen, Materialitäten und Sinnen des Alltäglichen. In meiner Dissertation schrieb ich eine Kulturgeschichte des Massenwohnbaus im sozialistischen Jugoslawien und danach. Mein aktuelles Projekt widmet sich der Kulturgeschichte des Kaffees im süd(west)lichen Teil der Habsburger Monarchie. In den scheinbar ephemeren, flüchtigen Erscheinungen des Alltags, sei es die Gestaltung eines Kinderzimmers oder ein Nachmittag im Café, schlagen sich alle „großen“ Themen und Aktualitäten nieder: Machtdynamiken und die (un)gerechte Verteilung der Ressourcen, Fragen nach einer umweltverträglichen Existenz, nach Formen der Demokratie, Gemeinschaft und Selbstbestimmung. Wohnen, Essen und Trinken bilden eine existenzielle Basis und verbinden Menschen durch Zeit und Raum. Zugleich zeigen sie ein komplexes Gewebe aus Hierarchien, Gewalt, Mangel und Überfluss, Zuschreibungen und Eigensinn auf.

 

Zur Person

Vita Eintrag erweitern

*1990 in Zagreb

2009-2015 Studium der vergleichenden Literaturwissenschaft und Kunstgeschichte an der Universität Zagreb                                                                                 

Auslandssemester: Humboldt-Universität zu Berlin, Universität Belgrad

2016–2018 Mitglied der Doktorand:innenschule Jena Center Geschichte des 20. Jahrhunderts

2018 Elternzeit

2020 Gastwissenschaftlerin an der Iowa State University, College of Design

2016-2020 Promotionsstipendiatin der Studienstiftung des deutschen Volkes

2017—2020 Lehrbeauftragte, Humboldt-Universität zu Berlin, Institut für Kunst- und Bildgeschichte, Zentrum für transdisziplinäre Geschlechterstudien

WiSe 2021/2022 Lehrbeauftragte, Universität Leipzig, Lehrstuhl für Ost- und Südosteuropäische Geschichte

10/2015–1/2022 Promotion im Fach Geschichte, Universität Hamburg                                                                                                                                                 

Dissertation: Baustelle, Wohnung, Siedlung, Bild: Eine Kulturgeschichte des Massenwohnbaus im sozialistischen Jugoslawien und danach (summa cum laude)

12/2021-2/2022 Gastwissenschaftlerin (Postdoc) im Bereich Self-Positioning of Eastern Europe in a New World Order, Leibniz ScienceCampus „Eastern Europe – Global Area“, Leipzig

Seit April 2022 wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Kulturgeschichte an der Friedrich-Schiller-Universität Jena

 

Forschungsschwerpunkte Eintrag erweitern
  • Kultur- und Alltagsgeschichte Südosteuropas im 19. und 20. Jahrhundert
  • Sensory History, Food Studies
  • Geschlechtergeschichte
  • Architektur-, Raum- und Designgeschichte
  • Kulturgeschichte des Imperialismus 
  • Populärkultur

Publikationen und Vorträge

Monographie Eintrag erweitern

Nepraktični savjeti za kuću i okućnicu [Unpraktische Ratschläge für Haus und Hof; Essaysammlung zu Feminismus, Raum und Alltag], Fraktura, Zaprešić, 2020.

Aufsätze Eintrag erweitern

From Mass Housing to Celebrity Homes: Socialist Domesticities in Yugoslav Popular Magazines, in: Irene Nierhaus et al. (Hg.): WohnSeiten: Ins Bild gesetzt und durchgeblättert. Zeigestrategien des Wohnens in Zeitschriften, transcript, Bielefeld, 2021, S. 358-377.

„Od ‚doživotnog strogog zatvora‘ do kućanskih poslova ‚bez velikog napora‘: reformiranje jugoslavenskog domaćinstva u 1950-ima i 1960-ima“ [Von „lebenslanger strenger Haft“ zu Haushaltsarbeit „ohne große Mühe“: Die Reform des jugoslawischen Haushalts in den 1950ern und 1960ern], in: Anita Buhin, Tina Filipović (Hg.): Socijalizam na klupi: Kontinuiteti i inovacije, Srednja Europa, Zagreb, 2021, S. 29-52.

Housing Yugoslav Self-Management: Blok 5 in Titograd, Histories of Postwar Architecture 3, 6, 2020, S. 68-92.

„Kriza na papiru? O sociološkoj kritici kolektivnog stanovanja u kasnom socijalizmu“ / „A Crisis on Paper? On the Sociological Critique of Mass Housing in Late Socialism, Život umjetnosti 107, 2020, S. 80-93.

The Visuality of Socialist Mass Housing Estates After Socialism: Examples from Ex-Yugoslavia, in: Aleksandra Lukaszewicz Alcaraz, Flavia Stara (Hg.): Urban Visuality, mobility, Information, and Technology of Images, Academy of Art, Stettin, 2020, S. 265-280.

„Neprimjerene, nevidljive, intrigantne? Socijalističke plastičke strukture u turističkim portfeljima postjugoslavenskih gradova“ [Unangemessen, unsichtbar, fesselnd? Sozialistische Plastiken in den touristischen Portfolien postjugoslawischer Städte], in: Markus Giger et al. (Hg.): Proměny kulturní paměti ve slovanském areálu, Mervart, Prag, 2018, S. 63-77.

„Man soll schöne Montagebauten schaffen: Kunsthistorisch-architektonische Debatte zur Ästhetik der ersten Plattenbauten in Jugoslawien”, in: Bianka Trötschel-Daniels, Tino Mager (Hg.): Architektur denken – Neue Positionen zur Architektur der späten Moderne, Neofelis, Berlin, 2017, S. 227-238.

Figura domaćice u šezdesetima: Knjiga za svaku ženu“ [Die Figur der Hausfrau in den 1960ern: Das Buch für jede Frau], Quorum 19, 4-5-6, 2014, S. 322-344.

Vorträge Eintrag erweitern

„Kein Geld und zudem Corona: Dekameron auf Krilo“. Eingeladener Vortrag im Rahmen des Projekts „Young Authors for Future – Krisenszenarien und (junge) Literatur im Ost-West-Dialog“, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Halle, 11/2021

Zusammen mit Aleksandar Ranković: „Galeb i golub: Heritage scholars, power, and knowledge production in (Post-)Yugoslav Studies“. Kolloquium der Südosteuropa-Gesellschaft „Südosteuropa ist tot? Lang lebe Südosteuropa! Positionierungen in einem interdisziplinären Forschungsfeld“, Frankfurt/Oder, 10/2021

Spatial de/hierarchization: Disrupting privileges and power relations in the classroom. Konferenz Fielding Architecture: Feminist Practices for a Decolonised Pedagogy, Brighton, 6/2019

Changing surface: Sociocultural history of Yugoslav mass housing facades. Jahreskonferenz der Society of Architectural Historians, Providence, 4/2019

Vision, gaze, and (in)visibility: Power relations and gender in Yugoslav mass housing interiors. Konferenz der British Association for Slavonic and East European Studies, Cambridge, 4/2019

Situating socialist built heritage within post-socialist borders: The cases of Croatia and Serbia. Jahreskonferenz der Association of Critical Heritage Studies, Hangzhou, 9/2018

Affective economy of longing for an apartment in socialist Yugoslavia. Konferenz der International Association for Southeast European Anthropology, Zadar, 9/2018

Images of everyday resilience: Transformations of domestic practices in Sarajevo during the Bosnian War. Workshop Everyday Practices, University of California Santa Barbara, 5/2018

Socialist mass housing, drafted identities, and the identity crisis. Workshop Untethered Subjects, Southern Methodist University, Dallas, 4/2018

Zwischen Ziegel und Platte: Symbolische und praktische Implikationen von Material bei frühen jugoslawischen (Proto-)Plattenbauten. Jahreskonferenz des Arbeitskreises „Haus im Kontext“, Rheinfelden, 10/2017

Expulsion of „socialist rococo“ from Yugoslav homes: „Taste cultivation“ and gender in the 1950s and 1960s. Workshop Poor Taste and the Exclusionary Mechanisms of Cultural Consumption, University of California Santa Barbara, 4/2017

The uses of regionalism in (post-)Yugoslav discourse on mass housing. Jahreskonferenz der College Art Association, New York, 2/2017

Queer and ecofeminist place in the sun: Three case studies of Croatian tourist architecture. Konferenz Architecture and Feminisms, Architectural Humanities Research Association, Stockholm, 11/2016

Weiße Küche oder gar keine Küche? Zwei Küchenutopien in jugoslawischer Populärkultur der 1960er Jahre. Konferenz des Geisteswissenschaftlichen Zentrums Geschichte und Kultur Ostmitteleuropas, Leipzig, 4/2016